Die Komik zwischen den Kulturen

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Fachgebiet des Comedian Kaya Yanar? Kulturelle Unterschiede! Quelle der Inspiration? Die eigene Biografie. Als türkischstämmiger Deutscher hat Yanar erkannt: Interkulturelle Kommunikation bietet schier endlosen Stoff fürs Comedy-Programm. Während man bei ihm selbst von geglückter Integration sprechen kann (deutsche Schule, deutsches Studium etc.), macht sich Yanar von Berufs wegen über alle Facetten des türkisch-deutschen Zusammenlebens lustig. In seinem neuen Programm „Made in Germany” regt er die Deutschen zur Selbstironie an - und erweitert seine Inspirationsquellen: Auch Inder, Chinesen, Holländer oder Isländer sind dankbare Opfer.

Heidi auf Arabisch

Wortgewandt, gestenreich und mit unverwechselbarer Mimik witzelt Yanar über Kulturen, Integration und sprachliche Besonderheiten. Geschickt klärt er über paraverbale Eigenheiten der Sprachen auf (Deutsch, Chinesisch, Arabisch, Türkisch…) und führt anschaulich in die Wirkung von Prosodie und Intonation ein: Wie klingt “Heidi” auf Arabisch? Kaya Yanar weiß es! Oder Türkisch: Die Sprache sei mit ihren vielen ü’s eigentlich richtig „putzig”. Wer sich von Halbstarken mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland eingeschüchtert fühlt - nach dem Motto: Ey, du! Ja genau du, was guckst du? - dem rät Yanar: hinter der Ecke warten, bis sie wieder Türkisch sprechen. Putzige kleine Jungs seien das dann, die man gar nicht fürchten könne.

Seine Späße zünden, egal ob sie lediglich bekannte Klischees bedienen oder Vorurteile als solche enttarnen. Tatsächlich schafft es Yanar immer wieder, scherzhaft auf interkulturelle Sachverhalte aufmerksam zu machen, die vielen nicht bewusst sind. Jede Szenerie wird mehr als lebendig, wenn Yanar temperamentvoll zwischen den (kulturellen) Rollen hin- und herspringt. Man könnte meinen, er bewegt sich auf heiklem Terrain - schließlich ist Interkulturelle Kommunikation ein sensibles Thema. Doch der Comedian besitzt eben diese Sensibilität, ist intelligent genug, jeden Gag so zu verpacken, dass niemand sich provoziert oder diskriminiert fühlt. Er bezieht seine Fans ebenso aus dem deutschen wie aus dem türkischen “Lager”. Damit wird er zum Vermittler zwischen den Kulturen: Sein Publikum ist groß, breit gefächert, und vor allem: Es schenkt im Gehör!

Kaya Yanar live:

30.10.08 Kassel, Stadthalle
12.12.08 Freiburg, Paulussaal

Weitere Termine unter www.kaya-yanar.de

Konferenz: Zwischen Babel und ‘Earth-City’

Barrieren der interkulturellen und internationalen Kommunikation

Die Anmeldung läuft: für die erste Konferenz des Netzwerks Interkulturelle und Internationale Kommunikation unter dem Titel “Zwischen Babel und ‘Earth-City’ (in Kooperation mit dem Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der TU Ilmenau).

Termin: 30. Oktober – 1. November 2008
Ort: Technische Universität Ilmenau (Thüringen)
Kosten: 45€ (inkl. Pausenversorgung und Mittagessen für beide Tage)
Die Anmeldung ist noch bis 3. Oktober möglich. Hier geht’s zum Anmeldeformular.

2008: Das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs

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Es ist nicht schwer zu erraten, was sich hinter solch einem Jahr verbirgt. Dennoch: Dass die Europäische Union das angelaufene Jahr 2008 zum Jahr des Interkulturellen Dialogs erklärt hat, sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Mit der Aktion will die EU nicht nur Interesse wecken, sie wirbt auch für den aktiven Dialog mit anderen Kulturen. Schließlich will man den europäischen Bürgern das Gefühl vermitteln, dass kulturelle Vielfalt das Leben bereichert.

Hinter diesen etwas breitgetretenen Floskeln verbirgt sich eine Reihe spannender Veranstaltungen. Nur ein Beispiel: Koordiniert vom European Music Office soll eine Internetportal entstehen, auf dem junge europäische Künstler Gelegenheit haben, zusammen Songs zur schreiben. Daraus wird schließlich eine Single veröffentlicht – in mehreren Sprachen, versteht sich! Seminare zur HipHop-Kultur in verschiedenen Ländern sowie das dreitägige Urban Culture Event in Wien runden das Musikprojekt ab. Hier zeigt sich: Das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs hat besonders auch die Jugend in Europa im Visier. Darüber hinaus gibt es internationale Filmprojekte, Ausstellungen, Debatten, ja sogar Seminare zur Methodik der interkulturellen Pädagogik sind geplant. Sieben Projekte laufen länderübergreifend auf europäischer Ebene, darüber hinaus eines in jedem EU-Staat. Als „EU-Botschafter für interkulturellen Dialog“ treten Persönlichkeiten der internationalen Kulturszene auf, darunter beispielsweise der brasilianische Bestsellerautor Paolo Coelho.

Was die Europäer tatsächlich von der kulturellen Vielfalt halten, zeigt das Eurobarometer. Immerhin: Laut den von der Kommission im Dezember veröffentlichten Daten begrüßen drei von vier EU-Bürgern den Dialog mit anderen Kulturen.

Wer mehr über die geplanten Projekte und Ziele erfahren möchte - hier die offizielle Website: www.interculturaldialogue2008.eu.