Spanische Bücher: Neuerscheinungen und Tipps

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Gute Nachrichten für Freunde spanischer Literatur: Eine neue Internetseite informiert regelmäßig über Neuerscheinungen auf dem spanischen Buchmarkt: www.newspanishbooks.de bietet die Möglichkeit, gezielt nach Autoren, Buchtiteln oder Verlagen zu suchen. Auch die Recherche nach Themenbereichen ist möglich: Hier steht ein breites Spektrum zur Auswahl, von Literatur bis populäres Sachbuch, von Kinder- und Jugendbuch bis Wirtschaft & Recht. Neben der Rubrik „Neue Spanische Bücher“ gibt es zum Beispiel auch die „Buchtipps unserer Experten“, also persönliche Leseempfehlungen von Journalisten, Buchhändlern oder Lektoren.

Service für deutsche Verlage

Die Plattform für spanische Bücher ist ein Gemeinschaftsprojekt des Spanischen Außenhandelsinstituts (ICEX) und dem Spanischen Verlegerverband. Sie dient insbesondere deutschen Verlagen, die sich auf diesem Weg über Neuigkeiten aus der spanischen Literatur informieren und ggf. die Übersetzungsrechte sichern können. So finden die Perlen der spanischen Literatur leichter Einzug in den deutschen Buchmarkt. Zum Service des Webportals gehören außerdem aktuelle Veranstaltungshinweise wie die „Jornadas del Hispanismo“ (3.-5. Mai 2010) an der Universität Heidelberg oder das aktuelle Kulturprogramm des spanischen Kulturinstituts „Instituto Cervantes“.

Interkulturelle Toleranz bei Kindern

Kinder wachsen heute mit einem anderen Verständnis von Interkulturalität auf. War eine Klassenkameradin aus der Türkei oder aus Bulgarien vor 20 Jahren noch eine Exotin – mit der kaum jemand etwas zu tun haben wollte –, werden in den Klassenzimmern von heute ganz selbstverständlich Kinder unterschiedlicher Herkunft nebeneinander unterrichtet. Wir wissen zwar, dass das nicht immer ganz problemlos abläuft – man braucht nur an die ständigen Debatten um den Religionsunterricht zu denken. Das gute aber ist: Interkulturelle Freundschaften entwickeln sich heute fast unterschiedslos zu deutsch-deutschen Freundschaften.

Ohne Vorbehalte aufeinander zugehen

So ganz ohne Vorbehalte können wohl nur junge Menschen aufeinander zugehen. Diese Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder heute ihre Klassenkameraden mit Migrationshintergrund akzeptieren, kann man sich bei manchem Erwachsenen nur wünschen. Hier ist die Toleranzschwelle leider oft viel geringer. Weil aber Erwachsene im Rahmen der Erziehung großen Einfluss auf ihre Kinder haben, darf dieser Punkt nicht außer Acht gelassen werden.

Der Beitrag der Eltern zur Interkulturellen Toleranz

Eltern können einen wichtigen Beitrag leisten zur Entwicklung der Interkulturellen Kompetenz ihrer Kinder – und zwar nicht nur durch eigenes Verhalten und Erläuterungen. Sie können ihre Kinder beispielsweise auch mit entsprechenden Büchern an das Thema heranführen. Im Handel gibt es jede Menge Bücher, die interkulturelle Themen kindgerecht aufbereiten und damit bestens geeignet sind, die Sensibilität und Toleranz der Kinder auszubilden bzw. zu fördern. Claudia Maria Korte vom Projekt Lesebus in Niedersachsen hat eine interessante Liste mit Kinderbüchern zusammengestellt, die im Hinblick auf die Interkulturelle Kommunikation wertvoll sind. Das fängt schon bei den ganz kleinen an, mit interkulturellen Bilderbüchern. Wer die Liste einmal genauer durchsieht, kann tatsächlich das eine oder andere Juwel entdecken!

Der “Weltempfänger” – Die alternative Bestenliste

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Frankfurter Buchmesse 2009: China ist Partnerland - und die Messe bietet wieder ausreichend Gelegenheit, sich über internationale Literatur zu informieren. Die deutsche Bücherwelt freut sich besonders auf Diskussionen, Gespräche und Lesungen zur chinesischen Literatur. Wer nun aber keine Zeit hat, selbst über die Buchmesse zu schlendern, dem empfehle ich den “Weltempfänger“, die alternative Bestenliste, herausgegeben von der “Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika” (litprom). Ziel der Gesellschaft: “Unbekannte Stimmen hörbar zu machen und Nebenwege durch die Überfülle der Neuerscheinungen zu erschließen”.

Auf der aktuellen Bestenliste ist China freilich stark vertreten: Yu Hua ist drauf, mit seinem umfangreichen Roman „Brüder“, Ma Jian, der mit dem Leser in „Red Dust“ durch China reist und Feng Li mit der Satire über einen alternden Bürokraten. Wem das nicht reicht, der bekommt bei Litprom noch mehr Inspiration. In der Weltempfänger-Jury sitzen vorwiegend Kultur-Redakteure großer Medien, den Vorsitz hat Ilija Trojanow, Autor von “Der Weltensammler”. Medienpartner ist der TV-Sender ARTE, der den “Weltempfänger” mit News und Rezensionen begleitet.

Auch unabhängig von der Buchmesse macht der „Weltempfänger“ regelmäßig auf teils weniger beachtete Juwelen der internationalen Literatur aufmerksam, „… denn Literatur ist Welterfahrung und die Welt hört nicht an den Grenzen Europas auf.“ (Kristina Pfoser, Literaturkritikerin ORF1 und Mitglied der Weltempfänger-Jury)

Alte neue Weltgesellschaft

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Neu ist globales Denken nicht. Auch nicht in der Strukturpolitik. Doch Christoph Zöpel, ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt, ruft die Weltgesellschaft in seinem Buch wieder auf den Plan. Wie funktioniert „Politik mit 9 Milliarden Menschen in Einer Weltgesellschaft“? Mit dieser zentralen Frage befasst sich Zöpel auf über 600 Seiten. Die Grundthese lautet sinngemäß: Politisches Denken und Handeln kann nie losgelöst von der Realität der Weltgesellschaft stattfinden.

Die Hauptthesen sind gut durchdacht, und bieten freilich viel Stoff für Diskussionen: Zöpel wendet sich – vereinfacht gesagt – gegen die Übermacht nationaler Traditionen, da diese der Einheit der Weltgesellschaft im Wege stehen. Außerdem dürfe sich die Weltgesellschaft nicht allein auf die Wirtschaft beschränken, fordert der studierte Ökonom. Armut und Ungerechtigkeit müssten bekämpft werden – nicht zuletzt, um das Wachstum der Bevölkerungszahl zu begrenzen: Denn 2050 wird es neun Milliarden Menschen auf der Welt geben.

Die Eine Weltdemokratie ist keine Utopie

Die drängenden globalen Politikfelder wie Friedenssicherung, soziale Integration, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft und Finanzen führt Zöpel zu einer „integrierten Weltentwicklungspolitik“ zusammen. Die Eine Weltdemokratie mit universalen Menschenrechten, globaler Verfassung und Gewaltenteilung ist für den erfahrenen Politiker auch in der Realität durchaus denkbar.

Wirklich neu sind Zöpels Thesen nicht. Doch sind sie weder naiv noch unkritisch. Vielmehr denkt Zöpel immer einen Schritt weiter. Oder, was noch wichtiger ist: lädt zum Weiterdenken ein.

Quelle:

Christoph Zöpel: Politik mit 9 Milliarden Menschen in Einer Weltgesellschaft. Vorwärts Buch, Berlin 2008.

Quattro Stagioni – Ein Jahr in Rom

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Stefan Ulrichs scherzhafte Hommage an typisch italienische Eigenarten

Was erlebt eine deutsche Familie, wenn Sie ihr Leben aus dem bayerischen Starnberg nach Italien verlegt? SZ-Journalist Stefan Ulrich ging 2005 als Auslandskorrespondent nach Rom. In Quattro Stagioni schildert er subjektiv die kulturellen Hürden im neuen Alltag. Ulrich outet sich als Italien-Liebhaber, wenngleich er die Verhältnisse in Rom wie auch die Italiener mit der ironischen Distanz eines Deutschen betrachtet. Mit dem gekonnten Wortwitz des Journalisten spielt er fleißig mit altbekannten italienischen Klischees und Stereotypen: Das allgegenwärtige „con calma“ („immer mit der Ruhe“) bringt Ulrich mit seinem „teutonischen Tatendrang“ so manches Mal zur Raserei.

Wer Italien ein wenig kennt, wird sich immer wieder mit einem Schmunzeln beim Lesen erwischen – man denkt: „Genau, so sind sie!“ oder „So hab ich es auch erlebt!“ Ulrich räumt aber auch mit dem einen oder anderen Vorurteil auf: Den hohen Lebensstandard (viel reisen, gut essen gehen, modische Kleidung tragen) könnten sich die Italiener nur leisten, weil sie tatsächlich sehr hart arbeiten. Andererseits kämpft Ulrich in Rom auch mit Vorurteilen gegenüber den deutschen „Barbari“, die nicht mal einen „codice fiscale“ besitzen. Natürlich würde der Römer das niemals so ausdrücken – man will ja nicht „brutta figura“ machen.

Trotz Italienliebe ist der Blick nicht einseitig. Besonders interessant ist, wie Ulich die Wahrnehmung seiner Kinder schildert. Sie sehen nicht die geschichtsträchtige Weltstadt mit “Dolce-Vita-Flair”, sondern ein gänzlich anderes Rom: “Während ich all die herrlichen Barockkuppeln sehe, die römischen Ruinen, die Brunnen, die Straßenmärkte, die vielen beschwingten Menschen aus unzähligen Ländern, sieht Bernadette die überquellenden Abfallhaufen, den verkrüppelten Pakistani (…), die verhärmte Frau in schmutzigen Tüchern mit dem schreienden kleinen Kind auf dem Arm und den alten Mann im abgetragenen Sonntagsanzug, der im Park nach Zigarettenkippen sucht, um sich ein paar Tabakreste herauszubohren. Sie riecht die Abgase in den Schraßenschluchten, sie hört die schrillen Sirenen der Krankenwagen. (…) Und sie bildet es sich nicht ein, denn auch dieses Rom existiert.”

Quattro Stagioni ist kein Lehrwerk über die italienische Kultur, sondern vielmehr ein ironischer (und selbstironischer) Erfahrungsbericht über den neuen Alltag einer deutschen Familie im Herzen Italiens. Das Buch lebt von Ulrichs stilistischer Brillanz und der humorvollen, ja liebevollen Art, mit kulturellen Klischees und Stereotypen zu spielen.

Hosseinis Drachenläufer

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Der Drachenläufer von Khaled Hosseini ist derzeit in aller Munde, nicht zuletzt weil in diesen Tagen die Hollywood-Verfilmung des Weltbestsellers in den deutschen Kinos anläuft. Vielleicht reizt der Roman gerade auch deshalb, weil er so anders ist: Hosseini entführt den Leser in eine Lebenswelt, die nur den Wenigsten bekannt ist. Was wir von Afghanistan wissen, hat seinen Ursprung fast ausschließlich in der Kriegsberichterstattung. Der Drachenläufer dagegen ist auch der Blick von innen heraus.

Drachenläufer BuchcoverAm Rande einer traurigen Erzählung über Freundschaft und Verrat lernt man Vieles über afghanische Geschichte und Kultur. Der Autor Hosseini ist vor zehn Jahren von Afghanistan nach Amerika geflohen. Im Buch wird deutlich, wie der Ich-Erzähler Amir afghanische Traditionen in sein „neues Leben“ in den USA integriert. Von dort aus blickt er auf das Land seiner Kindheit und lernt auch das neue Afghanistan unter den Taliban kennen. Als Erwachsener schildert er eine Gefühlswelt, die einerseits durch Migration begründet ist, andererseits durch Ereignisse in seiner Kindheit, die ihn nicht loslassen.

Das Buch aus der Hand legen: unmöglich! Man fragt sich ständig: Welchen Ausgang nimmt die Geschichte, die sich über 30 Jahre zieht, und sich in ihrer Dramatik immer weiter steigert?

Vor dem Kinobesuch könnte sich die Lektüre des Büchleins lohnen. Denn auch wenn vor und hinter der Kamera ein multikulturelles Team aktiv ist, hat Hollywood nach Meinung von SPIEGEL ONLINE ein „rührseliges Dramolett geschaffen, das zwischen Pilot-Thriller und Kitsch-Kino schwankt“.

In Afghanistan kommt der Film übrigens nicht in die Kinos. Laut des Chefs des staatlichen afghanischen Films seinen einige Szenen “fragwürdig” und “nicht akzeptabel” und könnten Unruhe in der Bevölkerung stiften. Mehr zu den Hintergründen hier.

The British Sense of Humour

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Da ich momentan viel Zeit im Zug verbringe und so auch mal zum Lesen komme, habe ich einen Buchtipp für euch: „My dear Krauts“ von Roger Boyes. Boyes ist britischer Auslandskorrespondent der Londoner „Times“ in Berlin und erzählt in „My dear Krauts“ von seinen Erfahrungen mit den Deutschen. Natürlich spielt er mit dem ein oder anderen Klischee – äußert dabei aber keinerlei Vorurteile über „die Deutschen“. Beim Lesen fiel es mir manchmal schwer zu glauben, dass es sich tatsächlich um einen Erfahrungsbericht handelt. Das liegt aber weniger an Boyes’ Darstellung der Deutschen, als vielmehr an der britischen Sichtweise, die im Buch zum Vorschein kommt. Ein Beispiel: In seiner Tätigkeit als Korrespondent recherchiert er natürlich genau das, was die Menschen in seiner britischen Heimat an Deutschland interessiert – und das wäre: „War Hitler tatsächlich Vegetarier?“ Er trifft sich zur Klärung dieser „weltbewegenden“ Frage mit Hitlers letztem Kellner in Bayern, um so eine anscheinend revolutionäre Erkenntnis über Deutschland zu gewinnen. Überraschung, denke ich: Dann gibt das Buch mindestens genauso viel Aufschluss über „die Briten“, wie über „die Deutschen“ – und kann mir das Grinsen nicht verkneifen. Sicher ist: Lesen lohnt sich, und zwar nicht nur für Deutsche. Die haben zwar die Wahl, sich von Boyes Beschreibungen zu distanzieren oder das Beschriebene einfach schmunzelnd hinzunehmen. Aber auch für alle Nicht-Deutschen, die einige Erfahrungen in Deutschland gesammelt haben, ist “My dear Krauts” ohne jeden Zweifel amüsant zu lesen. Boyes schrieb das Buch mit der Würze eines großartigen Journalisten – da macht das Lesen richtig Spaß! Nur der britische Humor machte mir zwischendurch immer wieder zu schaffen, ich persönlich kann damit nichts anfangen… Wie geht es euch damit? Findet’s raus!