Öffentliche Hasstiraden versus Online-Zensur

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Schön, dass die Leser von Online-Tageszeitungen heute zu jedem Artikel unmittelbar ihren Senf abgeben bzw. natürlich ihre Meinung äußern können! Während man in der Print-Version der Tageszeitung auf die Veröffentlichung seines Leserbriefes warten muss, steht ein spontaner Einfall zum Online-Artikel meist Sekunden später im Netz. Als ich mich beispielsweise auf den Webseiten von - im Grunde seriösen - Tageszeitungen über die aktuelle Diskussion um die Lockerung des Kopftuchverbots in der Türkei durch die Regierungspartei AKP informierte, konnte ich Folgendes beobachten:

Auf den entsprechenden Kommentar-Seiten von WELT Online entstand bereis Sekunden nach der Erscheinung eines objektiven Berichts zum Thema eine hitzige Diskussion über den Islam und die Gewohnheiten in Deutschland lebender Muslime. Genauer gesagt wurde aus der Diskussion schnell ein Forum für gegenseitige charakterlose Beleidigungen von in Deutschland lebenden Angehörigen unterschiedlicher Religionsgruppen. Beschimpfungen erschienen im Ein-Minuten-Takt… Tags darauf waren alle Kommentare wieder gelöscht - die Funktion wurde abgestellt.

Etwas anders lief es beim Webangebot der Süddeutschen Zeitung. Die Beiträge sind deutlich durchdachter und nehmen einigermaßen sinnvoll aufeinander Bezug. Der Grund: Der Autor selbst wirkt hier als Moderator des Forums. Er kann versuchen, die Diskussion zu steuern - er kann aber auch einzelne Kommentare gänzlich blockieren. Dann allerdings überschreitet er die Grenze zwischen redaktionellem Eingreifen und Zensur…

Hier ein interessanter Beitrag zum Thema aus der Neuen Züricher Zeitung.

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