Hosseinis Drachenläufer
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Der Drachenläufer von Khaled Hosseini ist derzeit in aller Munde, nicht zuletzt weil in diesen Tagen die Hollywood-Verfilmung des Weltbestsellers in den deutschen Kinos anläuft. Vielleicht reizt der Roman gerade auch deshalb, weil er so anders ist: Hosseini entführt den Leser in eine Lebenswelt, die nur den Wenigsten bekannt ist. Was wir von Afghanistan wissen, hat seinen Ursprung fast ausschließlich in der Kriegsberichterstattung. Der Drachenläufer dagegen ist auch der Blick von innen heraus.
Am Rande einer traurigen Erzählung über Freundschaft und Verrat lernt man Vieles über afghanische Geschichte und Kultur. Der Autor Hosseini ist vor zehn Jahren von Afghanistan nach Amerika geflohen. Im Buch wird deutlich, wie der Ich-Erzähler Amir afghanische Traditionen in sein „neues Leben“ in den USA integriert. Von dort aus blickt er auf das Land seiner Kindheit und lernt auch das neue Afghanistan unter den Taliban kennen. Als Erwachsener schildert er eine Gefühlswelt, die einerseits durch Migration begründet ist, andererseits durch Ereignisse in seiner Kindheit, die ihn nicht loslassen.
Das Buch aus der Hand legen: unmöglich! Man fragt sich ständig: Welchen Ausgang nimmt die Geschichte, die sich über 30 Jahre zieht, und sich in ihrer Dramatik immer weiter steigert?
Vor dem Kinobesuch könnte sich die Lektüre des Büchleins lohnen. Denn auch wenn vor und hinter der Kamera ein multikulturelles Team aktiv ist, hat Hollywood nach Meinung von SPIEGEL ONLINE ein „rührseliges Dramolett geschaffen, das zwischen Pilot-Thriller und Kitsch-Kino schwankt“.
In Afghanistan kommt der Film übrigens nicht in die Kinos. Laut des Chefs des staatlichen afghanischen Films seinen einige Szenen “fragwürdig” und “nicht akzeptabel” und könnten Unruhe in der Bevölkerung stiften. Mehr zu den Hintergründen hier.

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