Hallo aus Genève!

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Hallo Ihr Lieben!

Ganz herzliche Grüsse aus dem schönen Genève!!

Nun bin ich schon ganze vier Wochen in der Schweiz und obwohl es sich auf der einen Seite so anfühlt, als sei ich schon ewig hier, ist die Zeit andererseits wie im Fluge vergangen.

Entsprechend viel habe ich Euch zu berichten - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll…

Also, meine Arbeit am „International Centre for Migration and Health“ (www.icmh.ch) macht mir Spaß. Die Leute sind nett, die Arbeitsatmosphäre ist entspannt und ich bekomme interessante Einblicke in die Welt der internationalen Gesundheitsversorgung und des Migrationsmanagements. Z.B. arbeite ich gerade an einem mapping-Projekt mit, bei dem ein Atlas für Migration und Diabetes hergestellt wird, d.h. ein Buch, dass Karten, aber auch (von mir hergestellte) Diagramme etc. zur globalen Diabetes-Situation zeigt und dies mit internationalen Migrationsströmungen verknüpft. Dazu recherchiere ich im Internet, produziere die erwähnten Diagramme und werde mich demnächst auch am Schreiben versuchen, denn schließlich muss in dem Atlas auch erklärt werden, warum Migranten ein höheres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken als Nicht-Migranten. Außerdem werde ich im Oktober an einer Konferenz über „Multicultural Health“ teilnehmen und bereits übermorgen den ersten Kontakt zur Volkswagenstiftung herstellen, bei der wir uns an einer Ausschreibung zur Gesundheit(sversorgung) von Migranten in Deutschland beteiligen wollen. – Das alles ist wirklich spannend und ich lerne viel dabei. Zwar verspüre ich nicht den Wunsch, auf Dauer als „research assisstent“ zu arbeiten (ich wünsche mir eher etwas Praktischeres), aber jetzt ist es ein schöner Einstiegspunkt. Und offenbar kommt meine Arbeit auch gut an, denn bereits nach knapp zwei Wochen hat mein Chef mein unbezahltes Praktikum in ein bezahltes verwandelt…

Unterkunftsmäßig habe ich auch schon einiges erlebt: das Zimmer, das ich von Deutschland aus übers Internet gebucht hatte, entpuppte sich nicht als ganzes, sondern nur als halbes. Denn meine Vermieterin, eine sehr nette Kenianerin, die bei der sambischen Botschaft arbeitet, hat lediglich ein kleines Einzimmerappartement. Somit war für mich von Anfang an klar, dass ich dort nicht zehn Wochen lang bleiben kann / will und ich habe vor Ort weitergesucht, was bei den doch recht „ordentlichen“ Genfer Mietpreisen ein gar nicht so nicht einfaches Unterfangen war. Bis ich meine endgültige Unterkunft, ein kleines Zimmer in der Fünfzimmerwohnung einer Francoschweizerin, gefunden hatte, sind dann aber doch lediglich nur zwei Wochen ins Land gezogen. Das Leben in der „Notbehausung“ klappte unterdessen erstaunlich gut: Ich habe mich mit meiner Vermieterin sehr gut verstanden und da wir ob der Enge beide Rücksicht aufeinander genommen haben, tat es mir schließlich sogar fast leid, dass ich sie verlassen „musste“. Mit dem neuen Zimmer hatte ich aber auch Glück – ein eigener Raum für mich und (was am schwersten wiegt) endlich die Gelegenheit mein Französisch zu üben. Denn da die Arbeitssprache am ICMH Englisch ist, bin ich in den ersten beiden Wochen kaum dazu gekommen, Französisch zu sprechen…

Genf selbst ist eine wunderschöne Stadt – ich bin regelrecht „verliebt“ in den See und das Bergpanorama dahinter. Und bisher wurde ich auch sehr vom Wetter verwöhnt, nur letzte Woche hat der Altweibersommer ein wenig „gekränkelt“, davor (und auch heute wieder) wurden wir regelrecht mit Sonne und blauem Himmel überschüttet.

Dies hat mir zu zwei sehr schönen schweizerischen Wochenenden verholfen, die ich u.a. mit Asel verbracht habe, die ihr Praktikum ja auch in Genf absolviert. Letztes Wochenende war ich dann auf einem kurzen „Heimaturlaub“ in Deutschland und habe meine Oma besucht.

Und heute schließlich bin ich ganz „brav“ und mache etwas langsamer, da ich eine bösartige Erkältung auskuriere muss, die mich seit Tagen im Griff hält. – Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ich endlich mal dazu komme, diesen Bericht an Euch zu schreiben. Das hatte ich schon ganz lange vor, aber da ich täglich von 9 – 18 Uhr (minus eine Stunde Mittagspause) vorm Computer sitze, zieht es mich abends nicht mehr so sehr dorthin…

Gut, jetzt seid Ihr aber endlich auf dem Laufenden!

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und eine tolle Zeit bis zum 12.11. (danach natürlich auch noch J )!

Alles Liebe und Gute,
Eva

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