Anthony Bourdain: Eine Frage des Geschmacks

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Sag mir was du isst, und ich sage dir, wer du bist

Essgewohnheiten, Nationalgerichte oder die Art und Weise ihrer Zubereitung verraten mitunter viel über die Kultur eines Volkes. Genau diesen Zugang zur Kultur wählt der New Yorker Koch und Gourmet Anthony Bourdain. Er reist mit seinem Kamerateam durch die Welt, kostet mehr oder weniger exotische Spezialitäten der landestypischen Küchen und präsentiert diese in seiner Fernsehsendung Anthony Bourdain: No Reservations (deutsch: Anthony Bourdain – Eine Frage des Geschmacks) einem weltweiten Publikum.
Doch die Arbeit des New Yorker Küchenchefs ist weit mehr als die Präsentation exotischer Gaumenfreuden: Bei jeder Reise begegnet er der Küche und Kultur mit beispielhafter Offenheit: völlig unvoreingenommen, oder aber in vollem Bewusstsein über die festgefahrenen Vorstellungen in seinem Kopf.

Zu Gast bei einheimischen Familien

Besonders spannend aus interkultureller Sicht: Bourdain lässt sich für jede Folge von „No Reservations“ von einem englischsprachigen „Local“ in die Esskultur des Landes einführen. Mithilfe dieses Insider-Wissens nähert er sich Stück für Stück den kulturellen Besonderheiten: Anthony hat Hunger – sein Guide offenbart einen Geheimtipp oder eine Empfehlung, wie beispielsweise gebackene Schweineohren am Straßenrand. Aber damit nicht genug: Einheimische Familien laden den reisenden Koch zu sich nach Hause ein, präsentieren ihm und seinem Publikum voller Stolz ihre vielfältigen Köstlichkeiten. Doch Anthony Bourdain schaut im wahrsten Sinne über den Tellerrand hinaus. Er will verstehen, was die Menschen bewegt und wie sie leben. Er setzt bei dem an, was er weiß oder gehört hat, forscht weiter, stellt seinen Gastgebern alle Fragen, die ihm auf den Nägeln brennen – und entkräftet dabei das eine oder andere Klischee.

Kultur in 45 Minuten

Keinen Kontinent spart Anthony Bourdain für seine Sendung aus, isst bei einem afrikanischen Naturvolk in Asche und Dreck gekochte Straußeneier oder macht sich auf die Suche nach dem besten Junk-Food in Kalifornien. Freilich sind einer 45-minütigen Sendung Grenzen gesetzt. Und genau da liegt das Besondere: Anthony Bourdain maßt sich nicht an, die Kultur nach einer Reise zu kennen. Er gesteht sich ein, wie wenig er eigentlich weiß, zieht keine allgemeingültigen Schlüsse aus dem Erlebten, lässt offene Fragen stehen. Zum Weiterdenken. Seine Herangehensweise ist und bleibt wertvoll: Denn wo könnte ein Reisender mehr über die Menschen, ihr Denken und ihre Lebensweise erfahren, als in tiefgreifenden Gesprächen als Gast am heimischen Tisch?

Eine Frage des Geschmacks läuft Sonntag abends auf DMAX.
Die erste Staffel ist bereits auf DVD erhältlich:
Anthony Bourdain - Eine Frage des Geschmacks - Staffel 1

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