Neapel: Ex-Sträflinge als Reisebegleiter
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In seinem Bestseller „Gomorrah“ gibt Roberto Saviano recht detailliert Einblick in die Machenschaften der italienischen Mafia. Zahllose Menschen sind und waren im “wirtschaftlichen” Netz der Camorra gefangen - verhaftet wurden freilich auch solche, die von Mord und Gewaltverbrechen weit entfernt waren.
Das Pilotprojekt als neue Chance
In Neapel startet jetzt ein Pilotprojekt, das diesen Ex-Häftlingen eine neue Chance bietet: Für 500 Euro im Monat kümmern sich die Entlassenen um Neapel-Touristen. In gelben Westen verteilen sie Stadtpläne, geben Auskunft über bestimmte Stadtviertel und führen die Gäste sicher ans Ziel. Der Gewinn für die Touristen liegt auf der Hand: Allzu leicht verlaufen sich Besucher in den vielen kleinen Gässchen der verwinkelten Altstadt – ein Mekka für Taschendiebe. Den Kreuzfahrt-Touristen geben die Ex-Sträflinge schon am Hafen Tipps: zum Beispiel, dass man die Rolex besser an Bord lässt.
Kritik: Mafiosi werden auf Touristen losgelassen
Eigentlich sind Sie die perfekten Reisebegleiter: Niemand kennt die Stadt besser – und jeder führt nur durch das Viertel, in dem er selbst aufgewachsen ist. Trotzdem muss der kampanische Bildungsreferent Corrado Gabriele für seine Idee auch Kritik einstecken: Mafiosi und Gewaltverbrecher würden in Neapel auf die Touristen losgelassen, heißt es in Rom. In Wirklichkeit handelt es sich um Menschen, die unter das Amnestiegesetz fallen. Trotzdem bleibt deren soziale Wiedereingliederung schwierig – das Pilotprojekt hilft Ihnen, Verantwortung zu übernehmen und Geld für Ihre Familien zu verdienen. Eine Chance, für die sie sogar Drohungen durch die Camorra in Kauf nehmen.
Das Currywurstlebensgefühl
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In Berlin eröffnet das erste Currywurstmuseum der Welt
Die Currywurst, ein Stück deutscher Kultur? Darüber lässt sich streiten! Trotzdem wird in Berlin bald das erste Currywurstmuseum der Welt eröffnet.
Der pädagogische Nutzen ist eher fraglich. Es sei denn, man möchte etwas lernen über Imbissbudentypen, den ökologischen Kreislauf der Currywurst-Pappschale oder die regionalen Unterschiede der Wurst (geräuchert, ungeräuchert, mit oder ohne Darm). Ein Soßenstrom führt durchs Museum, pausiert wird auf dem Wurstsofa: Eine echte Erlebnisausstellung eben.
Die Currywurst als gesellschaftliches Phänomen
Den Betreibern geht es vor allem um die Currywurst als gesellschaftliches Phänomen, also etwa die Frage: Welchen Stellenwert hat die Wurst in Deutschland und der Welt. Denn die Currywurst sei mehr als nur ein Lebensmittel: Sie stehe für ein Lebensgefühl – und sei als urbaner Snack Wirtschaftsfaktor und Kultobjekt zugleich.
Wie tief man in die Currywurst-Materie eintaucht, bleibt freilich jedem selbst überlassen. Gut möglich, dass das Museum ein Erfolg wird - sogar Schulklassen haben sich schon angekündigt, um Pommes und Wurst aus Plastik zu bestaunen. Ich kann dazu nur sagen: Wenn schon Currywurst, dann lieber zum reinbeißen!
Mehr Infos gibt’s unter www.currywurstmuseum.de
